Antennenbefestigung in Bäumen - "Antennenschleuder"


Veröffentlicht im QRP-Report (Heft 3/1998 S. 18)


Mit etwas Draht, einem Koaxialkabel, einem Ringkern und einigen Lötarbeiten lassen sich recht leicht Dipole oder andere Antennen für Feldtage oder Dauernutzung aufbauen. Für mich war es immer recht frustrierend, wenn danach nur mit erheblichen Aufwand meine Antenne zwischen den Wipfeln ausreichend hohen Bäumen gespannt werden konnte.

Neben Klettern gab es verschiedene glücklose Versuche mit Steinschleudern, Katapulten oder Versuchen im "hochwerfen".

Im KFZ-Zubehörhandel entdeckte ich eine etwas kräftigere Ausführung eines Gepäckspanners. Von einem dieser Gummiseile wurde die Hacken abgeschnitten und die Enden mit Knoten versehen.

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Zwischen je zwei 7 cm langen Dachlattenresten wurden die Enden des Gummiseiles eingeklemmt. Unter leichter Vorspannung wurden diese "Spannbacken" dann auf eine ca. 80 cm lange Dachlatte aufgeschraubt. Zuletzt wurde noch eine weitere Dachlatte T-förmig angeschraubt, um dieser Schleuder eine Art Gewehrkolben zu verpassen.

Erste Versuche zeigten neben einer guten Wurfweite eine recht gute Zielgenauigkeit.

Das Wurfgeschoss soll möglichst leicht sein, um über die Wipfel zu gelangen. Ein hohes Gewicht ist allerdings sehr förderlich, um die Schnur über Äste und Blätter wieder in die Tiefe zu ziehen.

Ein ca. 20 cm langer, 16 cm² dicker und zum U gebogener Kupferdraht erwies sich hier als recht brauchbar.

Mit dem abgebildeten Katapult war es mir möglich, Äste in ca. 12-15 m Höhe nach 3-5 Versuchen zu überwerfen.

Da für die Antenne doch ein etwas stärkerer Befestigungsfaden verwendet wird, wurde zuerst eine dünne Angelschnur in die Höhe geschossen. Billige Perlonschnur tut es zwar auch, aber der starke Eigendrall erfordert nach fehlgeschlagenen Wurfversuchen einige Entknotungs­künste. Übrigens kann das Aufwickeln der Wurfschnur nach fehlgeschlagenen Würfen auch entfallen, wenn der Rasen ausreichend kurzgeschnitten ist.

Hat man den gewünschten Ast getroffen, braucht das Geschoss den Faden nur in die Tiefe zu ziehen. Am Boden angekommen wird das Wurfgeschoss entfernt und die Angelschnur mit der Befestigungsleine verbunden. Diese wird über den Ast in Richtung Antenne gezogen. Die Enden der Antenne werden nun mit der Befestigungsleine verknüpft.

Wenn nun nicht noch einige Bäume "rumstehen", an denen sich die Antenne verfangen kann, steht dem spannen und ausrichten den Antenne nichts im Wege.